Tagebuch Januar und Februar

Da ich in der letzten Zeit nicht zum Bloggen gekommen bin, kann ich nur im Schnelldurchlauf meine Notizen der letzten Wochen wiedergeben.

2013-01-12

Habe heute erkannt: Bach war Katzenfan. Hat ein bedeutendes Werk einer Katze gewidment, und zwar der Vergrößerungskatze (Magnificat).

2013-01-13

Es gibt zu wenig Schilder. Es müssen mehr Schilder aufgestellt werden. Die Überschrift sollte lauten Sie befinden sich hier., dazu in der Mitte ein großer roter Punkt, darunter als Legende nochmal der rote Punkt – in klein natürlich – und das Wort Standort. Auch nicht schlecht: Wegweiser mit der Aufschrift geradeaus, links oder rechts.

2013-01-16

Habe neuen Text für Land of hope and glory erfunden. Statt

Wider still and wider
Shall thy bounds be set.
God, who made thee mighty,
Make thee mightier yet.

singen wir jetzt zur Last night of the proms

Höher, schneller, weiter
fährt die Eisenbahn.
Doch willst du ganz nach oben,
brauchst du einen Kran!

Grüße übrigens nach Stuttgart. Die wollen ja mehr nach unten. Oder?

2013-01-22

Habe heute wieder True Lies gesehen. Der Film war auf Synchrondeutsch. Da sind Sätze wie der folgende ganz normal: Hau dich erst mal ne Runde aufs Ohr, Kumpel!

2013-01-23

Habe mich heute gefragt, wie wohl die Besprechung ausgesehen hat, bei der die Ideen zum Musikvideo von Cheri, Cheri Lady entstanden sind. Wahrscheinlich hatte Dieter wieder zu viel Cola getrunken, und dann hat er sich wild gestikulierend in Rage geredet:

Also, wir machen das in so einer alten Villa, ne. Irgendwas Klassisches, ne, aber auch so ein bisschen heruntergekommen. Aber am Anfang darf man das noch nicht sehen... Ich hab's, da zeigen wir Glaskugeln auf nem Schachbrett. Geil, ne, das wird echt meegageil.

In die Villa stellen wir dann unser ganzes Equipment rein, den Synthesizer und die Instrumente und so, ne. Boah, stellt euch vor, wenn ich da an den Knöpfen rumdrehe und dabei vor Verzückung das Bein hebe, ne, das wird so meeegageil.

Ich hab's – Thomas, du spielst auf so nem Konzertflügel! Das hab ich neulich im Fernsehen gesehen. Und dann ziehst du diese Uniform von neulich wieder an, mit der du Nora so überrascht hast. Ja, mit dieser tuntigen weißen Hose, die so toll zu deiner Frisur passt. Das wird so meegagut.

Dann singst du wieder so megateilnahmslos in die Kamera rein, und dann kann ich so megageheimnisvoll die Kugeln auf das Schachbrett legen. Halt, stopp, ich hab das Wichtigste vergessen – wir brauchen ja noch ein Cello! Meeega, Alter!

Und wisst ihr, was wir dann machen, wisst ihr, was wir dann machen? WIR ZÜNDEN DAS CELLO AN! Was meint ihr? Echt voll meegageil, ne!

Und so isses dann auch geworden.

2013-02-16

Die neue Bundesbildungsministerin soll Johanna Wanka werden. Läuft wohl unter dem Motto Johanna Wanka und die Wissenschaftsfabrik.

Heute habe ich an einen Text von Max Goldt gedacht. Sinngemäß ging es darum, dass viele Dinge gar nicht durchzukriegen wären, wenn sie heute neu wären: das Rauchen, das Halten von Hunden in der Stadt, das enthemmte Privatgeknalle an Silvester. Recht hat er.

Mir sind dazu auch einige Punkte eingefallen: Indezente Produktverpackungen. Werbung. Privat genutzte Autos – die verschandeln doch das Weichbild unserer Stadt. Ähnliches gilt sicher auch für Freizeitsport im öffentlichen Raum – also verschwitzte mittelalte Menschen, gern auch übergewichtig, die in engen Klamotten durch den Stadtpark joggen.

Matthias Büchse am 22. Februar 2013

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